Optoakustisches ReiseInstrumentarium

audiovisual improvisations

The modular instrumentarium of RaumZeitpiraten unfolds as an open mesh of object, sound, image, and movement. Highly sensitive pickups capture microscopic vibrations of kinetic sculptures and translate them into fragile, raw sonic material. Rotating objects set steel strings into motion; each plucked string acts as an impulse generator: it controls shadow-casting light and digital image processes, triggers synthetic sounds and their modulation. Light sensors convert signals into fragmented rhythms of a toy piano. Sound activates kinetic apparatuses, moves a plant fragment, a camera responds – feedback loops are projected.

 

On a glowing, circular disc between the performers, experimentally improvised layers of analog and digital image worlds emerge and dissolve. Two-dimensional found-object shadow projections merge with their digitized and spatialized counterparts; visual artifacts of the instrumentarium overlap and permeate their own image-producing processes, forming an unfamiliar, post-digital experience.

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An unstable, playful system in which every element simultaneously becomes input and interface – layers, superimpositions, chance, and continuous transformations between fragile surfaces and torn, constantly re-forming opto-acoustic architectures.

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audiovisuelle Improvisationen

Das modulare Instrumentarium der RaumZeitpiraten entfaltet sich als ein offenes Geflecht aus Objekt, Klang, Bild und Bewegung.

Hochsensible Tonabnehmer erfassen mikroskopische Vibrationen kinetischer Skulpturen und übersetzen sie in fragile, rohe Klangmaterie. Rotierende Objekte versetzen filigrane Stahlsaiten in Schwingung; jede gezupfte Saite wirkt als Impulsgeber: Sie steuert schattenwerfendes Licht und digitale Bildprozesse, triggert synthetische Klänge und deren Modulation. Lichtsensoren wandeln Signale in zerhackte Rhythmen eines Kinderklaviers. Klang aktiviert kinetische Apparaturen, bewegt ein Pflanzenteil, eine Kamera reagiert – Rückkopplungen werden projiziert.

Auf einer leuchtenden, runden Scheibe zwischen den Performern entstehen und zerfallen experimentell improvisierte Schichtungen analoger und digitaler Bildwelten. Zweidimensionale Fundstück-Schattenwürfe verwachsen mit ihren digitalisierten und verräumlichten Abbildern, visuelle Artefakte des Intrumentariums überlagern und durchdringen sich mit ihren eigenen bildproduzierenden Prozessen zu einer ungewohnten, post-digitalen Erfahrung.

Ein instabiles, spielerisches System, in dem jedes Element zugleich Input und Schnittstelle ist – Schichtungen, Überlagerungen, Zufall und kontinuierliche Transformationen zwischen brüchigen Flächen und zerrissenen, sich stets neu formierenden optoakustischen Architekturen.

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Alte, ausgediente Reisekoffer wurden restauriert und im Sinne der Maschinenkunst der RaumZeitPiraten zu einem optoakustischen Reiseinstrumentarium umgebaut. Unterschiedliche, tragbare Geräteskulpturen werden genutzt um an wechselnden Orten im Innen- und Außenraum improvisierte, audiovisuelle Kunst in Form von Konzerten, öffentlichen Performances und Interventionen durchzuführen.

Die mit diesen Maschinenskulpturen produzierten Inhalte, sind ortsspezifisch auf die Aufführungsorte ausgerichtet: vor Ort gefundenes Material (zb. Pflanzenteile, organische und anorganische Fundstücke, Reste, Weggeworfenes…) wird in die Kofferinstrumente eingespannt, um damit experimentelle Bild- und Klangwelten zu erzeugen. Die vorgefundenen Materialien werden gesammelt, archiviert und auf ihr audiovisuelles Potential hin untersucht.

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Diese Untersuchungen finden in Form von öffentlichen Performances mit den Koffern statt. Auf diese Weise entsteht ein wunderkammerartiges Materialarchiv an jedem besuchten Ort, das wiederum in die Performances und Interventionen am nächsten Ort mit eingeflochten wird. Und so wird die Reise der Koffer und ihrer Einsätze an den unterschiedlichsten Orten zu einer raum- und zeitübergreifenden Narration, die mit jeder weiteren Aufführung wächst.